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Hurts

Voller Tatendrang und Inspiration zum neuen Album "Desire"

29.09.2017

Oft erreichen Bands am Ende eines Album-Zyklus einen Zustand, in dem sie sich ausgelaugt und erschöpft fühlen und sich nichts sehnlicher wünschen, als endlich wieder Zeit außerhalb eines Tourbuses oder eines Studio verbringen zu können. Ganz besonders trifft dies beim dritten Album zu. Eher selten kommt es hingehen vor, dass sich eine Band nach einer Tour gestärkt und inspiriert fühlt und voller Tatendrang umgehend wieder ans Werk gehen will. Doch genau das passierte dem britischen Duo Hurts am Ende der Promo- und Tour-Aktivitäten im Anschluss an die Veröffentlichung ihres dritten Albums "Surrender", die ein komplettes Jahr in Anspruch genommen hatten.

Von der Surrender-Tour zur Inspirations-Welle

"Die Surrender Tour war eine großartige Erfahrung", schwärmt Sänger Theo Hutchcraft. "Es waren einige der größten und besten Konzerte, die wir je gegeben haben. Das hat uns sehr viel Selbstbewusstsein gegeben". "Mit dem Album "Surrender" wollten wir unseren Sound weiter entwickeln", erklärt Pianist, Keyboarder und Gitarrist Adam Anderson, "und zu erleben, wie unsere Fans uns auf diesem Weg begleiten und mit ganzem Herzen unterstützen, hatte zur Folge, dass wir diesen Schritt mit großer Entschlossenheit angingen". "Wir fingen buchstäblich sofort nach Tourende damit an", bestätigt Theo, "und viele der Songs entstanden gleich in dieser ersten Inspirations-Welle." Die Initialzündung für den inspirierten Sound des vierten Hurts-Albums entstammt einem Stück des Vorgängeralbums mit dem Titel "Lights" – bzw. der Reaktion, die sie bei Konzerten auf den Song erhielten. ""Lights" war so ganz anders als alles, was wir zuvor gemacht hatten", sagt Theo über das groovige Soulpop-Stück. "Und weil wir das Gefühl hatten, dass der Song funktionierte und wir eine ganze Menge dadurch gelernt hatten, gab uns diese Erfahrung das Selbstvertrauen, neue Abenteuer zu wagen."

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

Die Arbeiten an "Desire" begannen weniger als eine Woche nach Tourende in einem winzigen, nur wenige Quadratmeter großem Schlafzimmer in London. "Es war darin heißer als in einer Sauna", stöhnt Adam. Dass die beiden sich entschlossen, das Album – anders als die bisherigen Tonträger – komplett alleine zu produzieren, zeugt überdies von großem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. "Von Album zu Album haben wir jedes Mal größere Verantwortung in diesem Bereich übernommen", sagt Adam. "Und jetzt sind wir sehr stolz darauf, wie dieses Album klingt." "Unsere Popmusik war schon immer stark von einer Do-It-Yourself-Attitüde geprägt", erläutert Theo. "Keine großen Studios, kein fancy Equipment. Wir haben immer versucht, die ganze Sache möglichst einfach zu halten. Die kleinen Schönheitsfehler im Aufnahmeprozess und der -technik geben unserer Musik ihre Persönlichkeit und ihren Charakter. Das ist uns sehr wichtig. Jedes Mal, wenn wir einen Song schreiben, haben wir den Eindruck, dass wir besser werden in dem, was wir tun", sagt Adam. 

Beautiful Ones und Ready To Go

Schon die ersten Songwriting-Sessions für "Desire" waren sehr fruchtbar. "Wir schrieben "Beautiful Ones" und "Ready To Go" in der ersten Woche", sagt Theo über die ersten beiden Songs im Tracklisting des Albums. Der erste wurde bereits im April als Single veröffentlicht – begleitet von einem aufsehenerregenden und dramatischen Video. Beide Stücke wurden innerhalb weniger Stunden geschrieben. "Es war aufregend, denn sie fühlten sich sehr vertraut an, klangen aber progressiv und frisch."

Einige Songs überraschen

Bis dato waren die Songs meist so entstanden: Adam am Klavier oder an der Gitarre und Theo am Mikrophon. Adams Motto: "Wenn ein Song großartig ist, denn spürst du das auch ohne Produktion". Die Songs auf "Desire" nahmen ihren Ursprung oft mit einem Drumtrack oder einem Bassgroove und wurden dann Stück für Stück darauf aufgebaut. "Songs wie "Spotlights", "Boyfriend" und "Wait Up" sind so entstanden", erklärt Theo. "Es war sehr spannend, die Herangehensweise zu verändern und uns mehr mit Rhythmen und Grooves zu beschäftigen". "Die Songs haben viel mehr Musikalität und Gefühl", fährt Adam fort, "und etwas mehr Raffinesse". Bei dem Prince-esken Song "Boyfriend" erwischen wir die Band in fast schon verspielter Laune. "Es ist möglicherweise der unbeschwerteste und fröhlichste Song, den wir je geschrieben haben." "Wait Up“ ist eine brodelnde Soulballade über einen Mann, der sein schurkenhaftes Verhalten wieder gutmachen will. Das Stück enthält u.a. ein Flügelhorn-Solo. "Wir fühlen uns von exzentrischen Dingen in der Popmusik angezogen und versuchen, etwas davon in jedes Album zu integrieren. Ein Element, das keiner erwartet". "Einige Songs auf diesem Album werden die Leute überraschen", so Adam.

Musik, die das Leben zelebriert

Und in der Tat: waren die ersten beiden Hurts-Alben noch von einer dichten Gothic-Atmosphäre geprägt, betrat das britische Duo mit einigen Songs auf "Surrender" beherzt musikalisches Neuland. Auf "Desire" zeigt die Band mit "Chaperone", "People Like Us" und der ansteckenden zweiten Single "Ready To Go" nun, dass sie fokussierter als jemals zuvor ans Werk geht. "Uns war klar, dass "Ready To Go" etwas ganz Besonderes ist", sagt Adam. "Das war uns vom ersten Moment an bewusst". "Es ist ein Song, der das Leben zelebriert. Der Refrain funktioniert wie ein alter Blues- oder Gospel-Chor, der sich immer weiter steigert", ergänzt Theo, "es war wirklich sehr spannend, das in ein Popsong-Format zu packen."

Neue Wege finden

Die Arbeiten an "Desire" waren derart fruchtbar, dass sie zwei Wochen vor der Albumabgabe immer noch neue Songs schrieben. "People Like Us" und "Something I Need To Know" entstanden in dieser späten Phase. Ersteres ist ein pulsierendes, Beat-getriebenes Mantra, das andere eine klassische Hurts-Ballade. "Ein Song wie "Something I Need To Know‘" ist für uns eine sehr natürliche Art von Song", sagt Adam. "Ich denke, unsere Fans werden es lieben. Und "Magnificent" ebenfalls – das ist ein sehr traditioneller Hurts-Songs." "Die Herausforderung bei jedem neuen Hurts-Album ist es, uns nicht zu wiederholen", erklärt Theo. "Es ist wichtig, neue Wege zu finden, unserem Gesamtwerk etwas hinzu zu fügen und unsere Vielseitigkeit zu zeigen. Wir lieben Songs wie "Wonderful Life" und "Stay" nach wie vor, aber es wäre doch langweilig für unsere Hörer, wenn wir den gleichen Sound immer wiederholen würden. Es ist wichtig, uns weiter zu bewegen und die Dinge spannend zu halten."

 

 

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