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Biographie

Vom unschuldigen Kirchenchormädchen zum Weltstar mit Sex-Appeal
Als die Frau von Pfarrer Braxton in der Stadt Severn im US-Bundesstaat Maryland am 7. Oktober 1967 ihre Tochter Toni zur Welt brachte, hatte sich der streng gläubige Vater bestimmt nicht träumen lassen, dass ausgerechnet dieses kleine Mädchen später einmal ein Weltstar sein würde - im verruchten Musikbusiness.
Denn Musik, Videos, Drogen, all das hielt der Pfarrer für Teufelszeug. So kam es, dass Toni Braxton als Kind von derlei weltlichen Dingen ferngehalten wurde. Sie sang im Kirchenchor, durfte bis 16 keine Verabredungen mit Jungen treffen, durfte keine Hosen anziehen, kein Make-Up auftragen.

Geschadet hat es ihr offenbar nicht, denn heute zählt die nur 158 cm große R&B-Diva zu den internationalen Showgrößen mit dem anziehendsten Sex-Appeal. Was Tonis Vater zu dieser Entwicklung sagt, ist nicht bekannt.
Bekannt dagegen ist, dass Toni und ihre Schwestern - auch und gerade weil es ihnen verboten worden war - leidenschaftliche Musikliebhaberinnen wurden. Wann immer die Eltern damals das Haus verließen, versammelten sich die Mädchen vor dem Fernseher, um die Sendung "Soul Train" und andere Musikprogramme anzusehen.

Erste Projekte mit den Schwestern - The Braxtons
Ende der 80er muss dann auch der Vater seine Meinung geändert haben. Sein Glaubenswechsel verschaffte den Mädchen mehr Freiheiten. Gemeinsam mit drei ihrer vier Schwestern gründete Toni die Girlgroup "The Braxtons".
1990 unterschrieben die Schwestern bei Arista Records und nahmen ihre erste Single "The Good Life" auf. Der Song floppte, nicht aber Toni. Die beiden Produzenten Kenneth "Babyface" Edwards und L.A. Reid nahmen sie im November 1990 unter Vertrag. Toni brach ihr angefangenes Lehrerstudium ab und rutschte für die schwangere Anita Baker in das Projekt "Boomerang". Das war der Beginn einer Weltkarriere.

Boomerang - ein Soundtrack bringt Erfolg
Zum ersten mal erreichte Toni Braxton die Charts mit zwei Songs vom Soundtrack zu "Boomerang". Und der Film mit Eddie Murphy machte seinem Namen dabei alle Ehre: eine junge Nachwuchskünstlerin wurde in die Welt des Musikgeschäfts geworfen und kam als Star zurück - wie ein Boomerang eben.
"Love Shoulda Brought You Home" und "Give U My Heart" hießen die beiden Lieder, die Toni erste Achtungserfolge und einen großen Bekanntheitsgrad einbrachten.
1993 wurde dann das Debutalbum "Tony Braxton" veröffentlicht, von dem gleich mehrere Hit-Singles ausgekoppelt wurden. "Another Sad Love Song", "Breathe Again", "Seven Whole Days", "You Mean The World To Me" und "I Belong To You" hießen die Charterfolge, die 1993 und 1994 für Furore sorgten. 11 Millionen mal verkaufte sich das Album weltweit, bekam drei Grammys, drei American Music Awards und zwei Soul Train Awards.

Nummer 1-Hits
Mit dem zweiten Album "Secrets" kamen 1996 dann die ersten ganz großen Single-Hits. "You're Makin' Me High" und "Un-Break My Heart" sind bis heute unvergessene Mega-Seller.
Die achtzehnmonatige Produktionsphase zur zweiten CD hatte sich also ausgezahlt, es war ein Longplayer entstanden, der eine moderne, schnelle und unglaublich vielseitige Toni Braxton präsentierte. Toni selbst sagt dazu: "Wir wollten auf diesem Album ein bisschen was von allem unterbringen. Unser Ziel war, eine Platte zu machen, die vertraut klingen sollte für diejenigen, die das erste Album gekauft hatten. Gleichzeitig sollte das Ganze aber auch nicht wie ein musikalischer Rückgriff auf vergangene Zeiten wirken."
Das Ergebnis war eine brillante R&B-Platte, auf der lyrische Glanzpunkte wie "I Don't Want You" ebenso ihren Platz hatten wie rhythmische Songs. Sechs Millionen mal verkaufte sich ÄSecrets" allein in den USA.

Grammys und Music Awards
Noch 1996 wurde Toni der Billboard Music Award für "You're Makin' Me High" als beste R&B-Single verliehen.
1997 gewann sie zwei Grammy Awards für ÄUn-Break My Heart" und ÄYou're Makin' Me High". Ebenfalls 1997 startete sie eine Karriere als Foto-Model für den Designer Mark Bower.
Ende desselben Jahres begannen dann aber die rechtlichen Streitigkeiten mit ihrer Plattenfirma La Face Records.

Bankrott und Neubeginn am Broadway
Als Resultat der Streitigkeiten mit der Plattenfirma beantragte Toni Braxton im Januar 1998 den Bankrott. Mit über einer Million Dollar stand sie im Minus. Und das bei weit mehr als 15 Millionen verkauften Platten. Genauere Details über den Streit und über den Grund des Bankrotts wurden nie bekannt. Allerdings gestand sich Toni in einem Interview mit Oprah Winfrey ein: "Das alles war zu 100% mein Fehler." Ab September 98 spielte sie dann in dem Broadway-Musical "Beauty and the Beast" die "Belle". Der Song "A Change In Me" wurde ihr auf den Leib geschnitten und extra für sie in das Musical eingebunden.

Neues Label, neuer Anlauf
Danach fand sie aber mit Arista wieder ein Top-Label, das sie unter Vertrag nahm. Mit ihren alten Produzenten Babyface und L.A.Reid versöhnte sie sich. Im Nachhinein sagt sie über die Streitigkeiten : "Ich will nicht über den Streit reden, aber ich liebe diese Jungs total. Es ist nur das Business."
Gemeinsam mit Ihren Entdeckern kreierte Toni Braxton mit "The Heat" ihr drittes Solo-Album. Und wie schon auf den Vorgängern überzeugte Braxton dabei erneut mit seelenvollen Popklängen, glasklaren Arrangements und butterweichen Melodien. Stimmlich eine Wucht, optisch eine Augenweide: Toni Braxton ist wieder da - mehr denn je.
Und mehr denn je arbeitete sie auch selbst an ihren Songs. Sie feilte an den Arrangements, sie entschieid bei der Produktion mit, sie komponierte.
Das Resultat - "The Heat" wurde alleine in den USA mit 4-fach Platin ausgezeichnet und untermauerte den Ruf als Soul-/R'n'B/Pop-Diva.

Mutterfreuden und ein neues Album
Noch während das Heat-Album in den Charts vertreten war, konnte sie sich - inzwischen mit Keri Lewis verheiratet - einen ebenfalls langgehegten Wunsch erfüllen - und zwar den, Mutter zu werden.
Doch das sollte die mittlerweile zu einer Powerfrau gereiften Toni nicht abhalten, weiter Musik zu machen. Nach 40 Millionen verkaufter Tonträger weltweit setzt sie mit dem Album "More Than A Woman", auf dem sie weniger mit Feminismus denn mit ihrem eigenen Image als R&B-Balladen-Queen kokettiert und der freudigen Erwartung ihres zweiten Babys zum abermaligen Angriff auf die Charts an.

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