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Biographie

Vom Tellerwäscher zum Millionär - eine solche Karriere hat René Baumann nicht zu bieten. Aber fast: Der gelernte Bäcker und Konditor blickt auf eine Atem beraubende zehnjährige Laufbahn zurück. In dieser Zeit erhielt er weltweit rund 250 Gold- und 20 Platinplatten, und seit sieben Jahren ist er als erfolgreichster Schweizer Künstler auf den World Music Award abonniert - um nur einige Eckwerte seines Erfolgs zu nennen.

Nach zehn Jahren liefert René Baumann alias DJ BoBo jetzt mit dem Album CELEBRATION einen Rückblick auf die Meilensteine seiner Karriere, und er schließt damit - als Neuzugang unter dem Dach von BMG Berlin Musik - ein Kapitel ab. Grund zum Feiern hat er reichlich. Schließlich konnte er für sein neues Album renommierte Künstler gewinnen, die mit ihm altbekannte Songs neu einspielten und aufnahmen.

Dazu DJ Bobo:
"Vor einiger Zeit kam in mir der Wunsch auf, einige meiner Favoriten als Duett neu aufzunehmen. Denn eigentlich boten sich viele dieser Songs von Anfang an als Duett an."

Ein kleiner Rückblick auf die vergangenen Jahre des erfolgreichen Musikers: DJ BoBo reicherte seine Hits stets mit starken Refrains und melodischen Begleit-Vocals an, die das eingängige Gegengewicht zu seinem leicht schwyzerdütsch angehauchten englischen Sprechgesang bildeten. Mit 21 Hits war DJ BoBo seit 1993 in den deutschen Charts vertreten. Damit sicherte er sich einen Platz in der Bestenliste der Künstler mit den meisten Titeln in den Top 100, und zwar auf Rang 10 nach Roxette, Madonna, Mariah Carey, Elton John, Janet Jackson, Pet Shop Boys, Rod Stewart, Tina Turner und Prince - und übrigens vor Kollegen wie Michael Jackson oder Bryan Adams. Allein das ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Seine erste Single hieß "I Love You" und erschien 1989 in der Schweiz. Sie war ebenso wie die beiden folgenden Singles allenfalls ein Achtungserfolg. Den Durchbruch in Deutschland brachte 1992 die Single Nummer 4, "Somebody Dance With Me".

"Ein kleiner Plattenladen im bayrischen Deggendorf namens EAMS bestellte gleich 500 Exemplare; wir waren schwer beeindruckt. Aber nach einer Woche riefen die schon wieder an und bestellten weitere 500 Stück! Und von da an ging es steil bergauf."

Zehn Jahre später blickt DJ BoBo auf eine Karriere zurück, die in vielerlei Hinsicht die üblichen Erfahrungswerte der Branche widerlegt und die auf jeden Fall Anlass genug zum Feiern liefert. Also nennt er sein Jubiläumsalbum zum Zehnjährigen völlig zu Recht CELEBRATION.

"Nach den ersten Hits hieß es in Interviews immer wieder: Was machst du dann nächstes Jahr? Und ich antwortete immer optimistisch: Ich mache weiter."

Dass er munter weitermachen konnte, das schien allerdings nicht selbstverständlich. Denn die Dance-Szene ist kurzlebig; nur selten gelingt es einem Interpreten, sich dauerhaft, und sei es auch nur für ein, zwei Jahre, zu etablieren. Noch seltener sind jene Fälle, in denen das Crossover aus dem Dance-Bereich in den Mainstream gelingt. Auch in dieser Hinsicht hätte 1993/1994 wohl kaum jemand darauf gewettet, dass dieser DJ BoBo mit seinem alpenländischen Charme und seinen flotten Europop-Liedern nach einigen Jahren mit seiner aufwändigen Live-Show die größten Konzerthallen füllen würde.

Doch Tourneen wie "World In Motion" (1997), "Magic" (1998), "Mystasia" (1999) oder "Planet Colors" (2001) gerieten zu Triumphzügen. Aber damit nicht genug: Mit acht Alben seit 1993 schaffte DJ BoBo auch die Entwicklung vom Singles-Act (ein Modell, das normalerweise mit eingebautem Verfallsdatum daherkommt) zum langlebigen Albumkünstler - was damit korrespondieren mag, dass sich der Produzent, Komponist, Texter, Sänger und Tänzer irgendwann einmal die langen Haare abschneiden ließ und seitdem sogar noch weniger wie ein Popstar aussieht.

Wahrscheinlich sind es Eigenschaften wie seine Bodenständigkeit und Redlichkeit, in Verbindung mit dem richtigen Gespür für eingängige Pop-Ohrwürmer, die ihn für das breite Publikum so konsensfähig machen. Kaum ein anderer Künstler, der in den 80er Jahren als Breakdancer und Plattenaufleger angefangen hat, konnte so beständig Erfolge feiern und ein Publikum bei der Stange halten, das mittlerweile vermutlich schon in zweiter Generation in seine Konzerte pilgert.

Kaum ein anderer ist trotz zehnmillionenfacher Tonträgerverkäufe so auf dem Boden und sich selbst treu geblieben. Dass er zehn Jahre lang mit EAMS arbeitete, der kleinen Firma, die ihn einst für den deutschen Markt entdeckte, bevor er jetzt zu BMG Berlin Musik wechselte - auch das spricht für seine Integrität und Verlässlichkeit. Und es dürfte auch nicht viele Stars geben, die sich von Anfang an so liebevoll und korrekt auf den Dialog mit ihren Fans einließen und im Lauf ihrer Karriere nie vergaßen, wem sie das alles zu verdanken haben. Er ist halt ein echter Sympathieträger, dieser René Baumann aus dem Örtchen Kölliken im Schweizer Kanton Aargau. Und das wiederum haben nicht nur sehr früh Teenie-Zeitschriften wie "Bravo" oder "Popcorn" erkannt, das schlug sich auch in wohlwollenden Berichten im Feuilleton und sogar im "Zeit-Magazin" nieder - ebenfalls ein außergewöhnlicher Aspekt der zehnjährigen Erfolgsstory.

Die Details dieser Story mag, wer will, im Internet auf seiner Homepage nachlesen. Oder aber in der Autobiografie "Gestatten, René Baumann", die 2001 im Zytglogge Verlag erschien. In ihr erzählt DJ BoBo in der ihm eigenen bescheidenen und ungeschminkten Art, wie alles gekommen ist und wie es überhaupt so weit kommen konnte.

Wer der Buchlektüre einen musikalischen Blick zurück vorzieht, der muss CELEBRATION auflegen. "Es sollte keine simple Sammlung von Greatest Hits werden. Ich wollte lieber was Besonderes bieten", sagt DJ BoBo. Und da der im Sternzeichen des Steinbocks geborene Künstler ein Perfektionist ist, knöpfte er sich erstens einige seiner Hits noch einmal vor, um sie im Studio neu einzuspielen - und zweitens lud er diverse Duettpartner und -partnerinnen ein, seine bewährten Europop-Gassenhauer mit ihm zusammen zu singen und ihnen so völlig neue Facetten abzugewinnen. Dass dieses Konzept seine Meriten hat, zeigte sich bereits Anfang 2001, als BoBo Irene Cara als Gesangspartnerin gewinnen konnte, um deren Hit "What A Feeling" ins höchst gelungene Erfolgsrecycling zu geben.

Unter der Klangregie von Axel Breitung, der seit zehn Jahren mit BoBo zusammenarbeitet und am 7. März in Berlin als bester Produzent mit einem Echo ausgezeichnet wurde, kam es im Studio zu weiteren hochkarätigen Begegnungen. So singen bei der neuen Version von "Where Is Your Love" (1998) die No Angels mit, und René Baumann gesteht hinterher:

"Ich war überrascht von der Professionalität der Mädels. Dabei dachte ich am Anfang, die würden auf keinen Fall sehr lang zusammen bleiben - fünf Frauen, die man in einer TV-Show gecastet hat, das kann doch nicht gut gehen. Mein Vorurteil wurde inzwischen gründlich widerlegt."

Mit Können und Professionalität überzeugte bei den Aufnahmen auch das Quartett ATC, das mit BoBo den Titel "Together" (1999) aufnahm, während die schwedische Sängerin Emilia dem BoBo-Klassiker "Everybody" neues Profil verleiht. Und wenige Tage vor ihrem Tod am 24. November 2001 bei einem Flugzeugabsturz sang Melanie Thornton das Stück "Love Of My Life" mit DJ BoBo. In der Schweiz ein Superstar, außerhalb der Eidgenossenschaft weitgehend unbekannt ist hingegen Gölä, der als Partner bei "Tell Me Why" mitwirkt.

Einige neue Aufnahmen runden das Jubiläumsmenü formvollendet ab - und da wäre an erster Stelle "Lonely 4 You" zu nennen, ein flottes HipHop-Duett mit dem Duettpartner Tone, das für BoBo eine neue Richtung vorgibt und sich auf dem internationalen Markt hervorragend bewähren dürfte. Und dann gibt's natürlich noch das Titelstück: "Celebration", im Original von Kool And The Gang, ist der Partysong schlechthin und nach "What A Feeling" die zweite Coverversion des Selfmademans DJ BoBo. Sie ist selbstverständlich die ideale Nummer, um das zehnjährige Jubiläum zu feiern - und trotzdem ist sie dem Künstler fast schon ein wenig peinlich:

"Ich habe früher in Interviews immer gewettert und gesagt, ich finde es nicht sehr einfallsreich, Coverversionen zu machen. Aber ,Celebration' musste einfach sein. Wir haben ursprünglich im Studio nur ein bisschen damit herumgespielt. Axel Breitung meinte: Das kannst du nicht machen. Ich schlug vor, lass es uns wenigstens mal probieren, und wenn wir nach zwei Stunden nichts Vernünftiges im Kasten haben, vergessen wir es ganz schnell wieder. Nach zwei Stunden hatten wir was Tolles im Kasten, und auch Axel war begeistert."

Das Album CELEBRATION erscheint in zwei Versionen: als limitierte Doppel-CD mit rotem Covermotiv und als Einzel-CD mit blauem Cover. Eine DVD/VHS steht für Anfang Juni auf dem Veröffentlichungsplan; mit einer größeren Tournee ist hingegen erst wieder 2003 zu rechnen.

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